Zur Geschichte des Vorbilds

Das Flottentorpedoboot 1939 war eine Klasse von Torpedobooten bzw. leichten Zerstörern der Kriegsmarine. Die Klasse wurde nach den Fehlschlägen mit den Vorgängern Torpedoboot 1935 und Torpedoboot 1937 vollkommen neu entwickelt und bewährten sich im Einsatz recht gut.

Anders als alle anderen vorangegangenen deutschen Torpedoboote wurden die Flottentorpedoboote 1939 nicht als reiner Torpedoträger sondern als Mehrzweckschiff entwickelt und waren daher mehr den Geleitzerstörern anderer Marinen vergleichbar als Torpedobooten. Sie waren auch verglichen mit den vorhergehenden Torpedobooten mit 1295 ts Standardverdrängung deutlich größer. Sie konnten neben der Verwendung als Torpedoangriffsschiff auch als Geleitschiffe eingesetzt werden und hatten für ihre Größe auch eine brauchbare Artillerie- und Flugabwehrbewaffnung.

Alle Schiffe des Typs wurden bei Schichau in Elbing gebaut, daher erhielten sie Schiffe von den Amerikanern auch den Beinamen "Elbing class destroyers".

Der Kiel von T-22 als Typschiff wurde 1941 gelegt. Das Schiff war aber erst im Februar 1942 einsatzbereit.

Die Antriebsanlagen erwiesen sich als zu schwach. Die Geschwindigkeit blieb hinter der der größeren Zerstörer zurück. Dafür waren die Flottentorpedoboote deutlich seetüchtiger als die deutschen Zerstörer, insbesondere als die Einheiten mit 15cm Doppelturm auf der Back.

T-22 ging Anfang 1942 nach Frankreich und versah intensiven Dienst in der Biskaya und im Kanal. Anfang 1944 kam T-22 zur Überholung nach Deutschland zurück. Nachdem zwischenzeitlich die vorherigen Einsatzgebiete in alliierter Hand waren blieb T-22 in der Ostsee. Bei einem Minenlegeunternehmen in der Narvabucht im Finnischen Meerbusen gerieten am 18. August 1944 T 22, T 30 und T 32 in ein eigenes Minenfeld und sanken, was einen Großteil der Besatzungen das Leben kostete.

Das Modell:

Das Modell im Maßstab 1:100 stammt von Modellbau Lassek. Es handelte sich um einen weitgehend vollständigen Bausatz. Einige zusätzliche Zurüstteile stammen von M.Z. Modellbau oder eigener Anfertigung.

Der Antrieb mit konventionellen Motoren und einem 7,2V Akkupack wirkt auf die zwei Schrauben.

Weitere Sonderfunktionen sind der Antrieb der Torpedorohrsätze und Rauchentwickler in beiden Schornsteinen mit Gebläse. Auf den sonst recht beliebten Einbau von Lichtfunktionen habe ich ich verzichtet, da erstens Beleuchtung bei einem Militärschiff sich faktisch ohnehin auf die Positionsleuchten beschränkt und zweitens Ausfahrten stets bei Tag erfolgen und da sieht man von der Beleuchtung herzlich wenig.

Die Flottentorpedoboote führten spätestens im Einsatzraum insbesondere von 1942 bis 1944 fast flächendeckend Tarnbemalung. Das änderte sich erst mit der fast über die gesamte Flotte einheitliche Umstellung auf dunkelgrauen Grundanstrich. Das Muster ist auf einer Vielzahl von zeitgenössischen Fotos mehr oder weniger gut zu erkennen. Jedoch gibt es große Meinungsunterschiede in der Auswahl der Farbtöne. Nur der Grundton ist gesichert (Werftanstrich nach Dienstanweisung), mit welchen Farben die Tarnflecken angebracht wurden jedoch nicht. Ich habe mich für ein auf verschiedenen Fotos erkennbares Farbschema entschieden, das für den Einsatzraum Biskaya am wahrscheinlichsten ist. Die bei mir blauen Flächen werden in einigen Publikationen grün dargestellt. Beides ist nicht gesichert,. Grün könnte für die Ostsee durchaus möglich sein, für den rauen Nordatlantik erschien mir blau aber wahrscheinlicher. Zufälligerweise entspricht das Tarnschema einem Tarnanstrich des T-22 in World of Warships, was mir aber erst nach der Fertigstellung auffiel.